Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen Fürth • 2. August 2016

Sommerfest der AsF Fürth-Stadt: Wie wollen wir wohnen?

Von Eva Reichstadt

Am Dienstag, 02.08.2016 hatte die AsF Fürth Stadt im Rahmen ihrer turnusmäßigen Treffen zum Sommerfest in die Holzstraße 21 eingeladen. Die stellvertretende Vorsitzende der AsF Fürth Stadt, Stadträtin und Stadtbildpflegerin Michaela von Wittke stellte ihren Hinterhof zur Verfügung und hatte bei von ihr eigens gefertigten kleinen kulinarischen Kostbarkeiten thematisch das Zepter in der Hand zu:

„Wie wollen wir wohnen? – Leben und Wohnen in Fürth – Wohnraumsituationen in unserer Stadt“

Gemeinsam mit ihrem Mann, Walter von Wittke, Bauingenieur Dipl. Ing. (FH) sowie Vizepräsident des BDB Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure e.V. führte sie durch den Abend, dem auch die SPD-Stadträtinnen Gabriele Chen-Weidmann, Maria Ludwig, Cornelia Reichert, Silke Rick und Julia Schnitzler beiwohnten.

Michaela stellte zunächst vor, was in Fürth geplant ist im Rahmen der Wohnflächenbauoffensive 2016 und welchen Herausforderungen sich Stadt, Bauträger und weitere beteiligte Parteien bei der Umsetzung geplanter Projekte zu stellen haben. Von Lärmschutz- und Naturschutzrichtlinien über Probleme der grundsätzlichen Erschließung von Bauland (z.B. Wasser, Verkehr) bis hin zu ungeklärten Eigentumsverhältnissen war die Rede; allesamt Umstände, die dazu führen, dass für die stetig wachsende und attraktiver werdende Stadt Fürth mit einem jährlichen Zuzug von rund 2.000 Einwohnern, mögliche Bauflächen letztlich doch nicht genutzt werden können.

Walter von Wittke, der ein Planungs- und Ingenieursbüro in Fürth leitet, veranschaulichte, welchen teils absurden Regularien und Normwerten sich „Häuslebauer“, ob Privatmann oder gewerblicher Träger, in Sachen Energieeinsparung, Statik, Brandschutz etc. unterwerfen müssen. Und wie die Einhaltung dieser Prüfvorschriften die ohnehin schon hohen Kosten für den Immobilienbau in unermessliche Höhen treibt. Ob denn jede Vorschrift und Norm in der aktuell bestehenden Form wirklich für jede Art von Bauvorhaben erforderlich sei, wurde im Rahmen der Diskussion zur Frage gestellt. Die Vorstandschaft der AsF Fürth wird sich dieser Fragestellung noch einmal gesondert annehmen und prüfen, in wie weit ein entsprechender Antrag zur Differenzierung an die jeweiligen politischen Gremien weitergeleitet werden könnte.

Die intensive Diskussion rund um das Wohnen in Fürth machte darüber hinaus deutlich, wie schwierig es ist, jeder Interessengruppe gerecht zu werden: ausreichend angemessenen Wohnraum für Familien forderte Eva Reichstadt, Vorsitzende der AsF Fürth. Bezahlbare Wohnungen für junge Paare, Berufseinsteiger und Studenten mahnte demgegenüber Cornelia Reichert, SPD-Stadträtin und Mitglied der Fürhter Jusos als wichtig an. Bettina Honeiser, stellv. Vorsitzende der AsF Fürth, Susanne Colonna, Mitglied des Vorstands des Fürther Frauenhauses als auch die Genossin und Fürther Sozialreferentin Elisabeth Reichert betonten die Wichtigkeit von Konzepten wie „Wohnen im Quartier für Demenzkranke und alte MitbürgerInnen“ sowie weiteren Formen betreuten und sozialen Wohnens. Es liegen somit ausreichend Themen vor, mindestens einen weiteren Abend zu gestalten, vielleicht dann zu speziellen Wohnkonzepten und dem Blick über den Tellerrand.

Einig waren sich die DiskussionsteilnehmerInnen zum Ende hin jedoch darin, dass bereits etliches Gutes in Fürth auf den Weg oder „in die Häuser“ gebracht worden ist. Zeitgeist und gesellschaftliche Entwicklungen beeinflussen außerdem, wie und was gebaut wird.

Und auf die Frage nach „Wie wir wohnen wollen?“ ließe sich wohl einvernehmlich folgende Antwort finden: bezahlbar, sicher, in sozialverträglicher Nachbarschaft.

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