Carsten Träger MdB • 20. Oktober 2016

Carsten Träger zur Novelle des Gentechnikgesetzes: "Wir alle wollen gentechnikfreies Essen"

Von Matthias Dornhuber

"Um es noch einmal klipp und klar zu sagen: Wir als Sozialdemokraten wollen keine Grüne Gentechnik." Diese klare Aussage stand am Beginn der Rede, die der Fürther SPD-Abgeordnete und Berichterstatter für Naturschutz und Nachhaltigkeit im Umweltausschuss, Carsten Träger, heute im Deutschen Bundestag hielt. Für seine Haltung benannte er zwei Gründe: den Willen der Verbraucher und den Schutz der Natur.

"Wir wollen, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher beim Einkauf nicht das Kleingedruckte lesen müssen, dass sie keine  App  brauchen,  um  entscheiden  zu  können: Ist da Gentechnik drin oder nicht?", so Träger. Stattdessen wollten sich die Menschen darauf verlassen können, dass ihr Essen gesund und frei von Gentechnik hergestellt worden sei. Die Fütterung von Nutztieren mit gentechnisch veränderten Futtermitteln lehnten 79 % der Bürgerinnen und Bürger ab, drei Viertel verträten sogar den Standpunkt, dass der Mensch kein Recht hat, Pflanzen und Tiere gentechnisch zu verändern.

Auf der anderen Seite sei der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen nicht nachhaltig: "Monokulturen führen zu einem Verlust der Artenvielfalt", bilanziert Träger, "außerdem sind sie anfälliger für Schädlingsbefall und Krankheiten." Die Folge sei dann wiederum steigender Einsatz von Pestiziden, durch den sich weltweit die Resistenzen gegen Pflanzenschutzmittel mehrten. Insektenresistente Pflanzen erhöhten dann die Giftkonzentration auf dem Acker und schädigten so Nutzinsekten - letztlich "ein Teufelskreis."

Damit stünde Grüne Gentechnik aber auch für eine Entwicklung der Landwirtschaft, die er nicht wolle: "Sie steht für Rationalisierung auf dem Acker. Sie steht für Anbau einiger weniger Pflanzenarten auf immer größer werdenden Flächen. Damit steht sie für den Verlust von Arbeitsplätzen in der Landwirtschaft. Nichts von alledem wollen wir", stellt Träger entsprechend fest.

Wichtig sei, dass die Regelung für gentechnikfreie Äcker in Deutschland "konsequent, klar und vor allem rechtssicher" ausgestaltet werde - "bundeseinheitlich mit einer klaren Verantwortlichkeit für ganz Deutschland,
kein kompliziertes Verfahren, keine unnötige Bürokratie".


Bild & Video: Deutscher Bundestag.

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