Carsten Träger MdB • 15. Januar 2016

Carsten Träger zum Einsatz von Pestiziden: "Der Verlust der Artenvielfalt kann uns nicht kaltlassen"

Von Matthias Dornhuber

Bei der heutigen Antragsdiskussion zum Einsatz von Pestiziden im Deutschen Bundestag hat der Fürther Abgeordnete Carsten Träger sein Ungehagen zum Ausdruck gebracht: "Der Verlust der Arten ist nicht nur bedrohlich, weil sie ein wichtiger Bestandteil der Nahrungskette sind. Weniger Insekten bedeuten auch weniger Futter, zum Beispiel für Jungvögel. Der Verlust der Insekten ist nicht nur bedrohlich, weil sie verantwortlich sind für das Bestäuben eines Großteils der Pflanzen. Der Verlust der Insekten ist auch bedrohlich, weil sie Frühindikatoren für den Zustand unseres Lebensumfeldes sind."

Der 43-jährige Träger, der auch Obmann der SPD im Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung ist, griff damit die Ergebnisse einer Expertenanhörung im Umweltausschuss auf. Die Sachverständigen hatten die Dramatik des Artensterbens aufgezeigt: In manchen Teilen Deutschlands ist die Zahl der Fluginsekten um 80 Prozent zurückgegangen, als Anteil der Individuen, die verloren sind. Mehr als als 20 Prozent der Großschmetterlinge beispielswiese sind inzwischen verloren.

"Alle Experten in der Anhörung vermuten Neonikotinoide als Hauptursache für das Massensterben", fasst Träger zusammen, "das sind Pestizide, die seit Mitte der 90er-Jahre in der Landwirtschaft eingesetzt werden." Seit es sie gebe, habe die Geschwindigkeit des Sterbens von Insekten dramatisch zugenommen. "Seien wir ehrlich: So ganz überraschend ist der Befund nicht; dafür sind sie schließlich da, die Neoniks", ergänzt Träger und stellt gleichzeitig die Frage, ob die Pestizide nicht am Ende auch in unserer Nahrung landen könnten, mit Folgen für unsere Gesundheit. Träger ist sich deshalb sicher: "Uns muss daran gelegen sein, den Einsatz von Pestiziden zu verringern - der Verlust der Artenvielfalt kann uns nicht kaltlassen."

Der Fürther Abgeordnete unterstützt deshalb die Naturschutzoffensive der Bundesumweltministerin Barabra Hendricks, die eine Umgestaltung der Landwirtschaftssubventionen vorsieht. "Es muss das Prinzip gelten: öffentliche Mittel für öffentliche Leistungen", bringt Träger es auf den Punkt. "Ich bin sehr dafür, dass wir unsere Landwirte unterstützen. Ich bin aber auch dafür, dass wir unsere Unterstützung an Leistungen für den Naturschutz knüpfen."
 
 


Bild & Video: Deutscher Bundestag.

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