Arbeitsgemeinschaft SPDqueer Fürth • 14. Juni 2017

AG SPDqueer Fürth zum Weltblutspendetag: Auch wir wollen Leben retten!

Von Matthias Dornhuber

"Schenke Leben, spende Blut" ist der aktuelle Slogan, mit dem der Blutspendedienst des roten Kreuzes um Blutspender wird. Allein in Bayern werden täglich 2.000 Blutkonserven benötigt, in ganz Deutschland liegt der tägliche Bedarf bei 15.000 Blutspenden. Doch homosexuelle Männer sind generell davon ausgeschlossen, Blut zu spenden und so zum "Lebensretter" zu werden - völlig unabhängig von bestimmten Risikofaktoren. Zum heutigen Weltblutspendetag erklärt deshalb Julian Pecher, stellvertretender Vorsitzender der AG SPDqueer Fürth: "Auch wir wollen Leben retten - der diskriminierende generelle Ausschluss homosexueller Männer von der Blutspende muss dringend zugunsten einer individuellen Risikoprüfung abgeschafft werden!"

"Die Blutspende", so Pecher, "ist einfach zu wichtig, als dass man diese Regelung so hinnehmen könnte." Schließlich seien Millionen Menschen jedes Jahr auf Spendenblut angewiesen. Die Blutspendeorganisationen bemühten sich mit aufwändigen Kampagnen um jeden Spender, "eine nicht unerhebliche Gruppe wird aber pauschal von der Spende ausgeschlossen." Während bei heterosexuellen Spendewilligen das individuelle Verhalten als Grundlage der Prüfung eines Risikos von übertragbaren Krankheiten herangezogen wird, werden homosexuelle Männer völlig unabhängig von ihrem Verhalten ausgeschlossen. "Das ist strukturelle Diskriminierung", so Pecher, "und außerdem für die Verhinderung von Krankheitsübertragungen völlig unnötig." Denn eine Frau, die Geschlechtsverkehr mit einem HIV-positiven Mann hat, ist genäß der aktuellen Regeln zu Recht bis zum Ende des diagnostischen Fensters, also für jene 4 Monate, in denen eine mögliche HIV-Neuinfektion noch nicht im Blut nachgewiesen werden kann, von der Blutspende ausgeschlossen. Ein Mann, der auch nur ein einziges Mal geschützten Geschlechtsverkehr mit einem anderen, HIV-negativen Mann hatte, darf dagegen sein gesamtes Leben kein Blut spenden.

Dass es auch anders geht, zeigt die DKMS: Bei der Stammzellen- bzw. Knochenmarkspende wurde das Verfahren vor 2 1/2 Jahren reformiert und der pauschale Ausschluss von homosexuellen Männern gestrichen. "Die Diskriminierung bei der Blutspende muss dringend abgeschafft werden", fordert Pecher, "es geht hier ja immerhin um das Leben der möglichen Empfänger!"

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