SPD Kreisverband Fürth • 29. Juli 2017

SPD Fürth feiert ihren 145. Geburtstag – Kohnen: ein Jubiläum in der Herzkammer der bayerischen Sozialdemokratie

Von Maurice Guglietta

Heuer jährt sich der 145. Geburtstag der Fürther SPD. Am 29. Juli 1872 meldete Georg Götz den „Sozialdemokratischen Arbeiterverein“ an. Mit dieser Anmeldung wurde die Sozialdemokratie in Fürth ganz offiziell in eine organisierte Form gefasst. Ein Jubiläum, das es zu feiern gilt und bei dem man gleichzeitig auch einen Blick in die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft wagen darf. Dies tat die Fürther SPD am letzten Freitag und lud Genossinnen und Genossen sowie zahlreiche Ehrengäste zu einer Festveranstaltung in den schönen Saal der Schmidt & Schmidt-Werbeagentur im Atzenhofer Golfpark ein.

Horst Arnold, Vorsitzender der SPD Fürth und Landtagsabgeordneter, stellte in den Mittelpunkt seiner Grußworte die Tatsache, dass gesellschaftlicher Wandel und soziale Gerechtigkeit nur mit der Sozialdemokratie funktioniere. Erst jüngst hatte die SPD gegen harten Widerstand der Konservativen die „Ehe für Alle“ durchgesetzt – ein Anliegen für das auch Arnold seit Jahren gekämpft hatte. „Seit 145 Jahren musste die Arbeiterpartei niemals ihren Namen ändern“, betonte der Kreisvorsitzende. „Wir sind zwar nicht ohne Fehler. Aber wir stellen niemals Einzelgerechtigkeit in den Vordergrund, sondern kämpfen für Solidarität und Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft.“ Zudem sei gerade die Fürther SPD eine echte Mitmachpartei: „Seit Beginn des Jahres haben wir knapp 50 neue Genossinnen und Genossen in unserer Mitte begrüßen dürfen. Jeder wird hier mitgenommen.“ Einer dieser „Neuen“, Julian Pecher, war sogar gleich bei der Festveranstaltung als Moderator tätig.

Der Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung verwies in seiner Rede zwar darauf, dass die SPD in Fürth „nur“ 45 Jahre den Oberbürgermeister gestellt habe, hierbei aber beachtliche Erfolge für die Kleeblattstadt erreicht habe. „Dies gelang und gelingt uns nur deshalb so gut, wenn wir auch auf Volkes Stimme hören und die Bürgerinnen und Bürger miteinbeziehen.“ Die Sozialdemokratie habe oft in Fürth mit einer absoluten Mehrheit regieren können, aber erst bei der letzten Wahl ist diese erstmals auch verteidigt worden. „Dies ist eine gemeinsame Leistung aller Genossinnen und Genossen – und ein nachdrücklicher Auftrag an die SPD, weiterhin zum Wohle der Stadt zu agieren.“

Carsten Träger, Bezirksvorsitzender der SPD Mittelfranken und Bundestagsabgeordneter, stellte als Sprecher für Nachhaltigkeit der SPD-Bundestagsfraktion jenen Aspekt auch in den Mittelpunkt seiner Grußworte: „Für mich ist Nachhaltigkeit ein Prinzip des Handelns: es geht um Weitblick und es geht um Gerechtigkeit. Ohne Nachhaltigkeit wird es keine Gerechtigkeit geben, und ohne Gerechtigkeit auch keine Nachhaltigkeit. Daher sollte Nachhaltigkeit auch ein Staatsziel sein. Wer es wirklich ernst meint mit einer Politik, die auf Wohlstand, Gerechtigkeit und Sicherheit für alle Generationen ausgelegt ist, der sollte auch konsequent sein und Nachhaltigkeit im Grundgesetz verankern.“ Die SPD habe ebenfalls im Bund in den vergangenen Jahrzehnten, aber auch in der noch laufenden Legislaturperiode bewiesen, was nachhaltige Konzepte sind: Der soziale Wohnungsbau und die Städtebauförderung beispielsweise ist wieder auf starke Beine gestellt worden, nachdem die Vorgängerregierung diese fast völlig zusammengekürzt habe.

Die Festrednerin, Landtagsabgeordnete und SPD-Landesvorsitzende Natascha Kohnen begann ihren Festvortrag mit einer erst kurz zuvor stattgefundenen Begebenheit: „Ich hatte die beste Taxifahrt meines Lebens. Der Fahrer berichtete mir emotional von der guten Entwicklung Fürths und lobte den Oberbürgermeister Thomas Jung und den Landtagsabgeordneten Horst Arnold.“ Er versprach bei einem Anruf des Fürther-SPD-Chefs Arnold Mitglied werden zu wollen – und Kohnen wolle dann das Parteibuch sogar persönlich übergeben.

In einem folgenden kurzen historischen, schlaglichtartigen Abriss über die Geschichte der Fürther Sozialdemokratie verwies die Landesvorsitzende darauf, dass die Arbeiterpartei schon früh „Garantin einer guten sozialdemokratischen Politik war: "So war Fürth die erste Stadt in Bayern, in der kein Schulgeld mehr verlangt wurde. Die Bürgerrechtsverleihung wurde erheblich erleichtert und war in der Regel unentgeltlich.“ In diesen 145 Jahren habe die Partei in Fürth immer eine prägende Rolle gespielt. Die Handschrift der Sozialdemokraten zeige sich in Fürth wie in keiner anderen Stadt Bayerns. Daher freute sich Kohnen über die Einladung in die Kleeblattstadt ganz besonders: „Es ist für mich ein Jubiläum in der Herzkammer der bayerischen Sozialdemokratie.“

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