Arbeitsgemeinschaft SPDqueer Fürth • 29. November 2017

AG SPDqueer unterstützt Solidaritäts-Kampagne zum Welt-AIDS-Tag – Forderung nach legalen HIV-Selbsttests und Kostenübernahme der HIV-Prä-Expositionsprophylaxe

Von Matthias Dornhuber

Zum 30. Mal findet am kommenden 1. Dezember der Welt-AIDS-Tag statt. Vieles hat sich seit seiner Einführung 1988 verändert: Heute kann man bei rechtzeitiger Diagnose und Behandlung auch mit HIV lange und gut leben. Und unter einer gut wirksamen Therapie ist HIV selbst bei Geschlechtsverkehr nicht mehr übertragbar. "Es gibt keinen Grund, vor Menschen mit HIV Angst zu haben", erklärt Willi Kreß, der Vorsitzende der AG SPDqueer Fürth deshalb zum diesjährigen Welt-AIDS-Tag. "Wir unterstützen das Bemühen der Kampagne, Berührungsängste abzubauen und zu zeigen, dass positiv zusammen leben zwischen Menschen mit und ohne HIV bereits stattfindet und möglich ist."

Verunsicherung, Angst und Vorurteile in der Bevölkerung führen immer noch dazu, dass Menschen aufgrund Ihrer HIV-Infektion ausgegrenzt werden. Immer noch wird hinter dem Rücken von Menschen mit HIV getuschelt, der Kontakt mit ihnen wird gemieden und in einigen Fällen ist sogar der Arbeitsplatz in Gefahr. Zurückweisung und Ausgrenzung aufgrund einer HIV-Infektion sowie die Angst davor wiegen angesichts der verbesserten medizinischen Versorgungslage für viele Betroffene heute schwerer als die gesundheitlichen Folgen der Infektion. Vor allem aber kann diese Diskriminierung vom HIV-Test abschrecken.

"Wer rechtzeitig mit einer Behandlung beginnt, hat heute ein fast normale Lebenserwartung und kann ein weitgehend normales Leben führen – Arbeit, Sexualität, Familie inklusive", erläutert Kreß. 1.100 Menschen erfuhren aber 2016 erst von ihrer HIV-Infektion, als sie bereits AIDS oder einen schweren Immundefekt hatten. "Und das, obwohl AIDS längst vermeidbar ist", wie Kreß bedauert. 12.700 Menschen leben laut Deutscher AIDS-Hilfe unwissentlich mit HIV.

"Wir unterstützen das Ziel der AIDS-Hilfe, zu erreichen, dass im Jahr 2020 niemand in Deutschland mehr an AIDS erkranken muss", so Kreß weiter. Folgerichtig unterstützt die Fürther AG SPDqueer auch die Forderungen der AIDS-Hilfe, dass qualitätsüberprüfte HIV-Selbsttests legalisiert und die Kosten für die Prä-Expositionsprophylaxe für Menschen mit besonders hohem HIV-Risiko von den Krankenkassen übernommen werden müssen.

"Auch wenn die Infektionszahlen in Deutschland seit 2006 stabil sind, bleibt der Kampf gegen HIV und AIDS eine große Herausforderung", so Kreß. Etwa 37 Millionen Menschen leben auf der ganzen Welt mit HIV, nur knapp 21 Millionen davon haben Zugang zur antiretroviralen Therapie. In Afrika gab es in den letzten Jahren große Fortschritte; in Osteuropa hingegen explodiert die Zahl der Neuinfektionen, Prävention findet kaum statt, Behandlungsprogramme sind völlig unzureichend und internationale Mittel werden zurückgefahren. "National wie international müssen wir  entschieden handeln", fordert Kreß deshalb, "und die vorhandenen Test-, Therapie- und Prophylaxe-Möglichkeiten ohne Einschränkungen nutzen."

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