AG 60plus im Unterbezirk Fürth • 8. Mai 2013

Seniorenpolitischer Aktionstag: AG 60 plus fordert Solidarität in einer älter werdenden Gesellschaft

Von Matthias Dornhuber

Die AG 60 plus gehört zu den tragenden Säulen der SPD. Ohne das Engagement und die große Erfahrung der Seniorinnen und Senioren wäre die Sozialdemokratie nur schwer vorstellbar. Am 7. Mai 2013 organisierte die aktive Arbeitsgemeinschaft in Fürth einen seniorenpolitischen Aktionstag: Mit Bezirkskonferenz, Informationsbörse und einem öffentlichen Vortrag ihrer Bundesvorsitzenden Angelika Graf.

Dietrich Vogel, der Vorsitzende der AG 60 plus im Unterbezirk Fürth, zu dem auch die Landkreise Fürth und Neustadt/Aisch- Bad Windsheim gehören, strich in seinen Eröffnungsworten die historische Bedeutung des Gasthofes "Grüner Baum" heraus, der die Veranstaltung beherbergte: Nicht nur wurde die Fürther SPD hier vor 140 Jahren gegründet; August Bebel selbst, so Vogel, sei in jenen Jahren dieselben Stufen empor geschritten, die die Delegierten an diesem Morgen ebenfalls genutzt hatten.

Horst Arnold, Landtagsabgeordneter und Kreisvorsitzender der SPD in Fürth, erläuterte den Anwesenden in seinem Grußwort das Urteil des Bayerische Verfassungsgerichtshofes, vor dem die SPD gegen die Altersgrenze geklagt hatte. Nach Meinung der Sozialdemokratie verstößt die Grenze gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz, ist ungerecht und politisch ungerechtfertigt - schließlich gibt es genug erfolgreiche politische Größen jenseits der 65 in Bundes- und Landeskabinetten und den Parlamenten.

Zur Bezirkskonferenz waren Delegierte der Arbeitsgemeinschaft aus ganz Mittelfranken gekommen. Am Vormittag stand so die programmatische Arbeit im Mittelpunkt, wobei die Seniorinnen und Senioren einmal mehr deutlich machten, dass sie Politik für die gesamte Gesellschaft machen wollen - und zwar nicht gegen die jüngeren, sondern im Schulterschluss mit ihnen. Auffallend groß, so die Delegierten in der Diskussion, seien die Übereinstimmungen speziell zwischen der AG 60 plus und den Jusos. Als besonders gelungenes Beispiel der Zusammenarbeit wurde in diesem Zusammenhang das Fürther Generationenforum hervorgehoben. Das Generationenforum ist die dauerhaft institutionalisierte Zusammenarbeit der Jusos und der AG 60 plus im Unterbezirk Fürth, die dieses Jahr mit einer gemeinsamen Veranstaltung zur Bürgeversicherung bereits in vierte Jahr geht.

Auf der Informationsbörse in der Schwemme des Gasthofes präsentierten sich den Delegierten und Besuchern anschließend Wohlfahrtsverbände wie Arbeiterwohlfahrt und Caritas, Senioreneinrichtungen und andere Institutionen und Projekte. Den Höhepunkt des Tages bildete der Beitrag der Bundesvorsitzenden der AG 60 plus, Angelika Graf, die zuvor gemeinsam mit Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung das Fürther Mehrgenerationenhaus besucht hatte. Angelika Graf, seit 1994 Mitglied des Deutschen Bundestages und seit 2011 Vorsitzende der AG 60 plus, machte deutlich, wie wichtig Solidarität als Baustein unserer Gesellschaft ist - und wie die Einführung von Kopfpauscheln unsere sozialen Sicherungssysteme gefährdet. Die SPD habe in ihrem Programm die richtigen Antworten auf die Fragen der Zukunft, und auch die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger wünsche ich eine solidarische Bürgerversicherung für alle sowie eine als Bürgerversicherung organisierte Pflegeversicherung. Auch sei es wichtig, einen neues Verständnis von Pflege in der Gesellschaft zu verankern, das sich an der Teilhabe der zu pflegenden am gesellschaftlichen Leben orientiert, und im gleichen Zug einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff zu etablieren.

Auch Carsten Träger, der Fürther Kandidat für den Deutschen Bundestag, der die anschließende Diskussion moderierte, stellte nochmals heraus, dass der Schwarz-Gelbe Stillstand endlich überwunden werden muss. Dass die SPD Deutschland fit für die Zukunft machen kann, habe sie in der Vergangenheit bewiesen: Nun komme es darauf an, die gute wirtschaftliche Entwicklung endlich zu nutzen, um die sozialen Sicherungssysteme im Geiste von Solidarität und sozialer Gerechtigkeit zu reformieren - und nicht zuletzt mit einem flächendeckenden Mindestlohn und der Solidarrente wirksam gegen drohende und bestehende Altersarmut vorzugehen.

 

Fotos: Hans-Peter Haas

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