SPD Unterbezirk Fürth • 6. März 2014

"Nicht die, die anpacken, müssen sich rechtfertigen - sondern die, die nur an der Seite stehen"

Von Matthias Dornhuber

Zum zweiten Mal war Franz Müntefering dieses Jahr der Hauptredner des politischen Aschermittwoch der SPD in der Zirndorfer Paul-Metz-Halle. Auch wenn der frühere SPD-Vorsitzende und Vizekanzler seit der letzten Bundestagswahl kein politisches Mandat mehr ausübt, traf er 10 Tage vor der Kommunalwahl doch wie immer Nerv der versammelten Genossinnen und Genossen wie Bürgerinnen und Bürger.

Nach kurzen Grußworten des Vorsitzenden des Kreisverbandes Fürth-Land und Landtagsabgeordneten Harry Scheuenstuhl, des Hausherren und Ersten Bürgermeisters der Stadt Zirndorf, Thomas Zwingel, des Landratskandidaten Frank Bauer und des Bundestagsabgeordneten des Wahlkreises Fürth, Carsten Träger, hielt Müntefering sein überzeugendes Plädoyer für politisches Engagement, Europa und das Anpacken der demografischen Herausforderungen, die vor uns stehen. Er ließ es sich nicht nehmen, selbst nochmals seine langjährige Fraktionskollegin Marlene Rupprecht und den Oberbürgermeister der Stadt Fürth, Dr. Thomas Jung, zu begrüßen.

Wahlkampf, so Müntefering, sei für eine Partei immer eine besondere Zeit. Es gelte, Positionen klar zu machen und den Wählerinnen und Wählern klare Vorschläge zu präsentieren. Nicht immer bringe kommunalpolitisches Engagement im Freundes- und Bekanntenkreis Anerkennung, während es doch gerade andersherum sein müsste: "Nicht die, die anpacken, müssen sich rechtfertigen", stellte der ehemalige Vizekanzler fest, "sondern diejenigen, die nur an der Seite stehen und kritisieren". Nicht immer gelinge alles, was man sich vorgenommen habe - aber trotzdem sei es die Motivation der Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten, dass sie Dinge verändern wollen: "Wir wollen, dass es besser wird", formulierte es Müntefering, "und wir versuchen es, auch wenn andere sagen, das ist unmöglich."

Hinter einige Dinge, schlug Müntefering die Brücke zu Europa, dürfe die Sozialdemokratie nicht zurück. Dazu hehöre das Festhalten an der Idee der europäischen Einigung. Das heiße nicht, das man nicht streiten dürfe, aber die Grundbotschaft in allen Gesprächen mit den europäischen Nachbarn müsse sein: "Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, dass in Europa die Basis von Demokratie und Wohlstand breiter wird", auch wenn dieser Beitrag etwas kostet - und auch wenn dies manchmal unpopulär sei. Deutschland habe in seiner Geschichte oft von der Hilfe anderer profitiert, von den Ländern, die deutschen Emigranten eine Heimat und einen Zufluchtsort vor den Nazis boten, vom Marshallplan, von der europäischen Einigung, zu der Frankreich, Belgien, Luxemburg und die Niederlande nur wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg bereit waren.

Gleichzeitig, so stellte der frühere Parteivorsitzende fest, können die Probleme der Weltpolitik - Energieversorgung, Bekäpmfung von Armut, Nahrungsmittelversorgung der wachsenden Zahl von Menschen auf unserem Planeten - nur auf eruopäischer Ebene wirksam angegangen werden. Kommunalpolitik, Landespolitik, Bundespolitik und Europapolitik seien die vier Säulen, auf denen politischer Erfolg ruhe - und nur wenn alle vier Säulen stabil und stark nebeneinander stünden, könne erfolgreiche Politik für die Zukunft gelingen.

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