SPD Kreisverband Fürth und SPD-Fraktion im Fürther Stadtrat • 27. November 2020

Fürth bekommt einen Pflegestützpunkt

Die Stadt Fürth wird ihr Initiativrecht nutzen und einen Pflegestützpunkt in Fürth errichten. Das hat der Fürther Stadtrat in seiner gestrigen Sitzung beschlossen. „Die BayernSPD fordert seit langem ein dichtes Netz an Beratungsangeboten für pflegende Angehörige im Freistaat“, erklärt der Vorsitzende der Fürther SPD, stellvertretende Vorsitzende der BayernSPD und Stadtrat Matthias Dornhuber dazu. „Knapp jeder Zwanzigste der 40- bis 85-Jährigen pflegt einen Familienangehörigen, sie leisten für ihre geliebten Menschen oft über viele Jahre und Jahrzehnte schier Übermenschliches – und verdienen die beste Beratung und Hilfe, um Beruf, Familie und Pflege unter einen Hut zu bekommen.“ Grundsätzlich ist die Einrichung von Pflegestützpunkten eine Aufgabe der Kranken-und Pflegekassen. „Bis Ende 2021 steht den Kommunen aber ein Initiativrecht zu“, so die Fürther Sozialreferentin Elisabeth Reichert. „Dieses nutzen wir jetzt, denn der demografische Wandel wird die Zahl der pflegebürftigen Menschen in unserer Stadt ansteigen lassen und damit auch den Beratungsbedarf.“ Nur in elf von 96 kreisfreien Städten und Landkreisen gibt es bisher einen Pflegestützpunkt – nun wird auch Fürth bald dazugehören und ein umfassendes, unabhängiges und kostenloses Gesamtangebot an Beratung und Begleitung für pflegebedürftige Menschen und deren pflegende Angehörige anbieten.

Pflegestützpunkte bieten eine kostenlose Beratung zu allen Themen rund um die Pflege und stehen allen Bürgerinnen und Bürgern offen, , egal ob gesetzlich oder privat versichert. Ihre Aufgaben sind im Sozialgesetzbuch festgelegt: Umfassende, unabhängige Auskunft und Beratung zu den Rechten und Pflichten nach dem Sozialgesetzbuch und zur Auswahl und Inanspruchnahme der bundes- oder landesrechtlich vorgesehenen Sozialleistungen und sonstigen Hilfsangebote; Koordinierung aller für die wohnortnahe Versorgung und Betreuung in Betracht kommenden gesundheitsfördernden, präventiven, kurativen, rehabilitativen und sonstigen medizinischen sowie pflegerischen und sozialen Hilfs- und Unterstützungsangebote einschließlich der Hilfestellung bei der Inanspruchnahme der Leistungen; Vernetzung aufeinander abgestimmter pflegerischer und sozialer Versorgungs- und Betreuungsangebote.

In Nürnberg, wo 2018 ein Pflegestützpunkt eröffnet wurde, rufen dort jährlich rund 7000 Hilfesuchende an. Sie fragen nach Informationen zur Pflegegradeinstufung, geeigneten ambulanten Diensten oder Heimplätzen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter helfen aber auch bei der Frage, wie die Wohnung oder das Haus so umgestaltet werden kann, damit Seniorinenn und Senioren möglichst lang in ihrem gewohnten Umfeld bleiben können.

Ziel ist die Optimierung der Beratung und Hilfestellung für die Pflegebedürftigen und/oder ihre Angehörigen, Bezugspersonen oder Betreuerinnen und Betreuer. Aber auch professionelle Anbieter wie Pflegedienste, Pflegeheime, Arztpraxen, Fachberatungsstellen oder Krankenhaus-Sozialdienste können sich an den Pflegestützpunkt wenden und von seinem Wissen profitieren. Um Doppelstrukturen zu vermeiden, sollen bestehende, funktionierende Beratungssysteme erhalten und integriert werden, in Fürth insbesondere die Fachstellen für pflegende Angehörige des Caritasverbandes und der Diakonie. Ebenso sollen der für die Hilfe zur Pflege im ambulanten und stationären Bereich zuständige Bezirk Mittelfranken wohnortnah und die durch das Freiwilligenzentrum Fürth organisierte Wohnraumanpassungsberatung in das Beratungsangebot des Pflegestützpunktes eingebunden werden.

Die Örtlichkeit für die neue Einrichtung ist noch nicht festgelegt. „Sinnvoll wäre eine direkte Nachbarschaft mit der Fachstelle für Seniorinnen und Senioren und Menschen mit Behinderung und der Betreuungsstelle“, erläutert Reichert dazu.

Zurück nach oben Zurück zur vorherigen Seite