SPD Kreisverband Fürth • 4. April 2025

Parlamentarischer Widerstand im Angesicht von Terror und Gewalt: Markus Rinderspacher erzählt über 17 sozialdemokratische Helden in einer Schicksalsstunde der bayerischen Demokratie

Von Matthias Dornhuber

Am gestrigen Abend erzählte der Vizepräsident des bayerischen Landtags, Markus Rinderspacher, in einem bewegend Vortrag im Fürther Stadtmuseum im Rahmen der Reihe Abend-Kultur über jene sozialdemokratischen Helden, die am 29. April 1933 im Angesicht von Terror und Gewalt das bayerische Ermächtigungsgesetz als einzige im Landtag ablehnten. Unter ihnen auch ein Fürther: Der SPD-Landtagsabgeordnete Konrad Eberhard.

Anders als das Ermächtigungsgesetz im Deutschen Reich ist die bayerische Variante der parlamentarischen Machtergreifung bis heute weitgehend unterbelichtet und spielt auch in der Geschichtserzählung des bayerischen Parlaments und des bayerischen Parlamentarismus kaum eine Rolle. Markus Rinderspacher aber hat Recht, wenn er betont: Eine erinnerungspolitische Erzählung aber über die bayerische Demokratie, die diese Schicksalstunde nicht angemessen aufgreift und die Schicksale der Abgeordneten berücksichtigt, kann nicht funktionieren.

Rinderspacher hat deshalb zum Leben der 17 damaligen SPD-Landtagsabgeordneten, zum schicksalsträchtigen Tag der Entscheidung und zu den Folgen ihrer Standhaftigkeit für diese mutigen Parlamentarier recherchiert. 16 von ihnen lehnten das von den Nationalsozialisten eingebrachte Gesetz ab – der 17. musste vor Beginn der Sitzung aufgrund der Verletzungen durch seine schweren Misshandlungen im Konzentrationslager Dachau ins Krankenhaus eingeliefert werden und konnte nicht an der Abstimmung teilnehmen.

Gerade heute ist das Bekenntnis zu unserer parlamentarischen Demokratie wichtig. Zu diesem Bekenntnis gehört auch die Erinnerung an unsere herausragenden Parlamentarier. Konrad Eberhard, in einfachen Verhältnissen als Sohn einer Buchbinderfamilie geboren, war eine der zentralen Persönlichkeiten der Fürther SPD in der Zwischenkriegszeit und stellte sich gemeinsam mit den Genossinnen und Genossen der Landtagsfraktion und darüber hinaus unter Einsatz von Gesundheit und Leben dem Aufbau der nationalsozialistischen Diktatur  entgegen. Die Fürther SPD wird sein Andenken und das all der anderen nicht in Vergessenheit geraden lassen.

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