SPD Kreisverband Fürth, SPD-Fraktion im Fürther Stadtrat und SPD Unterbezirk Fürth • 4. Juni 2026

Die Fürther SPD trauert um Anette Reichstein (1951–2026)

Die Fürther SPD trauert um ihre langjährige Genossin, frühere stellvertretende Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion, Vorsitzende der SPD Fürth-West und Kassierin im Kreisvorstand Anette Reichstein. Sie verstarb gestern überraschend im Alter von 75 Jahren. „Die Nachricht, dass Anette Reichstein uns verlassen hat, macht uns tieftraurig. Mit ihr verliert die Fürther SPD ihre gute Seele, eine Sozialdemokratin aus tiefstem Herzen und engagierte Mitstreiterin, deren Wirken unsere Partei über Jahrzehnte geprägt hat“, würdigt der Fürther SPD-Vorsitzende Matthias Dornhuber die Verstorbene. „Unsere Gedanken sind bei ihrer Familie und allen ihren Angehörigen und Freunden.“

Der Gedenkgottesdienst findet am 20. Juni 2026 um 13 Uhr in der Kirche St. Martin in Fürth (Hochstraße 14) statt. Da Anette es bunt liebte, bittet die Familie, keine schwarze Trauerkleidung zu tragen. Die Beisetzung wird zu einem späteren Zeitpunkt im engsten Familienkreis stattfinden. Es wird gebeten, keine Blumen, Kränze oder ähnliches mitzubringen, stattdessen wird eine Box für Karten und Spenden bereitstehen. 

Anette Reichstein trat bereits 1976 im Alter von 25 Jahren in die SPD ein und wurde umgehend in ihrem Distrikt Fürth-West, bei den Jusos und bei den SPD Frauen aktiv. Sie engagierte sich in den Kreisvorständen der Jusos und der SPD Frauen und übernahm 1980 den Vorsitz des Distriktes. Sie war damit eine der ersten Frauen, die in Fürth einen Distrikt führte, ein Amt, das sie mit einer einer Pause als stellvertretende Distriktsvorsitzende insgesamt über 20 Jahre ausübte. Als Schriftführerin gehörte sie dem Vorstand des SPD-Unterbezirks Fürth an und wurde wenig später zur stellvertretenden SPD-Kreisvorsitzenden in Fürth gewählt. 2005 übernahm sie das Amt der Kreiskassierin und übte es bis 2019 mit großem Engagement aus. Über 18 Jahre engagierte sie sich zudem in herausragender Weise im Fürther SPD-Arbeitskreis „Migration und Integration“.

„Anette Reichstein hat in den fünf Jahrzehnten ihrer Mitgliedschaft unglaublich viel für unsere Partei gearbeitet und geleistet. Neben ihren Verdiensten in Ämtern und Funktionen werden aber vor allem auch ihre Herzlichkeit und ihr unglaubliches ehrenamtliches Engagement in Erinnerung bleiben“, so Dornhuber. „Schon sehr früh nach ihrem Eintritt hat sie ehrenamtlich das Fürther SPD-Büro unterstützt, hat über Jahrzehnte Rundschreiben erstellt, Einladungen vorbereitet und verschickt, Jahresberichte erstellt, Sitzungen und Versammlungen organisiert und vieles mehr. Sie war das ehrenamtliche organisatorische Rückgrat der Partei und die erste Ansprechpartnerin für alle Fragen zum Parteileben. Ein Wahlkampf ohne Anette Reichstein war nicht vorstellbar: Generationen von neuen Mitgliedern haben bei ihr das Plakatieren gelernt und vieles, vieles mehr.“

Schon früh unterstützte sie die Fürther SPD-Abgeordneten auch beruflich in deren Abgeordnetenbüros, zunächst den Bundestagsabgeordneten Horst Haase, später die Landtagsabgeordneten Dr. Thomas Jung und bis zuletzt Horst Arnold.

1990 wurde sie in den Fürther Stadtrat gewählt, dem sie drei Wahlperioden bis 2008 angehörte, und engagierte sich unter anderem im Umweltausschuss, im Migrationsbeirat, im Finanz- und im Bauausschuss sowie im Aufsichtsrat der infra. Besonders am Herzen lagen ihr auch immer die Bildungschancen der jungen Fürtherinnen und Fürther, was auch in der Übernahme der Stadtratspflegschaften für die Grundschule Friedrich-Ebert-Straße, die Otto-Lilienthal-Schule und die Schickedanz-Mittelschule im Finkenschlag ihren Ausdruck fand. „Anette Reichstein war das soziale Gewissen von Partei und Fraktion“, würdigt auch der Vorsitzende der Fürther SPD-Stadtratsfraktion Maurice Schönleben die frühere Stadträtin. „Sie hat sich immer dort eingebracht, wo Unterstützung gebraucht wurde, und das aus vollem Herzen – in der SPD und überall in der Stadt.“

Ihr ehrenamtliches und soziales Engagement reichte weit über die SPD hinaus: Anette Reichstein war über viele Jahre Mitglied des Kirchenvorstands der Fürther Gemeinde St. Martin, Jugendschöffin, Gründungsmitglied des Frauenhauses sowie des Diakonievereins St. Martin und aktiv bei den Fürther Müttern gegen Atomkraft und dem Fürther Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus. Bei der Arbeiterwohlfahrt bekleidete sie verschiedene Funktionen, unter anderem als langjährige Vorsitzende es AWO-Ortsvereins Eigenes Heim und stellvertretende Vorsitzende des AWO-Kreisverbands Fürth. Über 35 Jahre organisierte sie auch gemeinsam mit anderen Engagierten ehrenamtlich das beliebte Achalasfest im Achalaswäldchen im Fürther Westen, dessen Erlöse jährlich einem guten Zweck zugute kamen. „Anette Reichstein war auch für mich lange Zeit die Seele unserer Partei in Fürth und hat eine wertvolle Brücke in viele Bereiche der Stadtgesellschaft geschaffen, insbesondere zur evangelischen Kirche und im sozialen Bereich zur Arbeiterwohlfahrt“, so Oberbürgermeister Dr. Jung. „In ihrem Einsatz für die Menschen in Fürth und ein gutes Miteinander hat sie Maßstäbe gesetzt.“

2018 erhielt Anette Reichstein vom SPD-Unterbezirk dessen höchste Auszeichnung, die Max-Seidel-Medaille für herausragendes gesellschaftliches Engagement und unermüdlichen Einsatz. 2020 wurde sie von der Stadt Fürth mit dem Goldenen Kleeblatt ausgezeichnet. „Erst vor wenigen Wochen hat der Kreisvorstand beschlossen, unserer Dankbarkeit ein weiteres Mal Ausdruck zu geben und Anette Reichstein auf unserer nächsten Jahreshauptversammlung den Friedel-Stranka-Preis für besonderes Engagement in der Fürther SPD zu verleihen“, ergänzt Dornhuber. „Anette Reichstein hinterlässt eine schmerzhafte Lücke. Wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren.“

 

Foto:  Kamran Salimi / Fürthwiki (CC BY-SA 3.0).

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